Coronavirus-Krise in Ketsch (Stand: 17.06.2021)

Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Ausbruch: 531 Bürgerinnen und Bürger
Aktuelle Infektionsfälle: 2 --- Todesfälle: 7

Wetter in Ketsch vom 19.06.2021 bis 26.06.2021

Wetter in Ketsch vom 19.06.2021 bis 26.06.2021

Veranstaltungskalender der Gemeinde

Hier finden Sie anstehende Veranstaltungen in der Gemeinde Ketsch:

13.07.2021, 17.00 Uhr Sitzung Jugendbeirat im Rathaus
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14.07.2021, 19.30 Uhr Online-Sitzung Lokale Agenda, Anmeldung unter Lokale-Agenda-Ketsch@web.de
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19.07.2021, 18.30 Uhr Gemeinderatssitzung

TOP Nachrichten

Aktuelles TOP-THEMA der Redaktion Der Enderle

Update Juli 2020: Bürgermeister Kappenstein von Bürger beleidigt und bedroht- Urteil vom Landgericht Mannheim

Der Ketscher Bürgermeister Jürgen Kappenstein wurde von einem Bürger bedroht. In einer E-Mail hatte ein Bürger mit Gewalt gedroht. Bürgermei...

Landratsamt: Mahnmal für Euthanasieopfer der ehem. Kreispflegeanstalt Weinheim

In Weinheim soll auf dem Areal des früheren GRN-Betreuungszentrum in der Viernheimer Straße ein Mahnmal zur Erinnerung an die 144 Opfer der Euthanasie aus der ehemaligen Kreispflegeanstalt im Dritten Reich geschaffen werden.

Der Gedenkort, darauf haben sich die Stadt Weinheim und der Rhein-Neckar-Kreis im Rahmen der künftigen Bebauung bereits geeinigt, wird im dabei entstehenden öffentlichen Park bzw. Platz an einer frei und gut zugänglichen Stelle liegen.

Angehörige können sich an Entscheidungsfindung beteiligen

Weil der Planungsprozess dazu bereits begonnen hat, ist es Landrat Stefan Dallinger und Oberbürgermeister Manuel Just wichtig, persönlich Betroffene, also heute noch lebende Verwandte der durch die unseligen Ideen der damaligen Sozial- und Rassenhygiene der Nationalsozialisten umgekommenen Opfer, in die Entscheidungsfindung für ein künstlerisch gestaltetes Mahnmal einzubinden. Sie können sich beim zuständigen Eigenbetrieb Bau, Vermögen und Informationstechnik des Rhein-Neckar-Kreises melden und werden dann zu einem Termin eingeladen, bei dem die Vorschläge des Kreises und der Stadt vorgestellt werden. Gleichzeitig können sie sich dann auf zwei gemeinsame Vertreter(innen) einigen, welche(r) in der Auswahlkommission für das Kunstwerk mitarbeiten. Weitere Mitglieder dieser Kommission sind jeweils zwei Vertreter des Kreises und Weinheims (Stadtverwaltung und Kunstförderverein), den Vorsitz wird Landrat a. D. Dr. Jürgen Schütz übernehmen.

Angemessenen Erinnerungsort schaffen

Den Einrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises ist Erinnerungskultur seit vielen Jahren wichtig. So gibt es beim ehemaligen Kreispflegeheim Sinsheim schon lange ein Mahnmal, das an die dortigen Euthanasieopfer erinnert, und deshalb passt es gut, dass auch Hinterbliebene der Weinheimer Opfer die Schaffung eines angemessenen Erinnerungsortes bei der Stadt angeregt hatten. Landrat Dallinger und Oberbürgermeister Just haben diese Initiative aufgegriffen, „damit in würdiger Weise den Menschen zumindest nachträglich der Respekt erwiesen werden kann, den ihnen die Nationalsozialisten verweigert haben“, wie sie sagen. Mit der so genannten „Aktion Euthanasie“, wobei Euthanasie „guter, schöner Tod“ bedeutet, umschrieben die Nationalsozialisten die Massenmorde an bis 1945 über 200.000 nach ihrer Ansicht „lebensunwerter“ kranker und behinderter Menschen.

144 Opfer

Die medizinhistorische Doktorarbeit zur Euthanasie im Kreispflegeheim Weinheim von Dr. Marie Berger, die von den Gesundheits-und Pflegeeinrichtungen (GRN) und vom Kreisarchiv in Ladenburg, dort lagern mehrere Tausend Akten, sowie der Freudenberg-Stiftung unterstützt wurde, ermittelte insgesamt 144 Opfer. Der erste Transport von 66 Weinheimer Patienten und Patientinnen fand am 15. Oktober 1940 direkt in die Tötungsanstalt Grafeneck statt. Zwei weitere Transporte von 36 und 38 Menschen führten am 26. März und am 2. April 1941 zunächst in die Zwischenanstalt Wiesloch. Von dort wurden 70 von ihnen am 30. April 1941 in die Tötungsanstalt Hadamar in Hessen gebracht. Mindestens acht weitere Weinheimer wurden abseits dieser Transporte über Sinsheim nach Grafeneck und über Wiesloch nach Hadamar verlegt.

Auch die jüdischen Patienten und Patientinnen, die sich 1940 in der Kreispflegeanstalt Weinheim befanden, wurden ausnahmslos in die nationalsozialistischen Vernichtungsaktionen einbezogen. Einer von ihnen starb in der „Aktion T4“ in Grafeneck, während die anderen sechs am 22. Oktober 1940 zusammen mit den badischen und saarpfälzischen Juden in das Lager Gurs deportiert wurden.

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